Fantasy Fotograf mit Graflex Speed Graphic – Eventfotografie der anderen Art

Fotograf in Vintage-Kleidung mit Schiebermütze, Knickerbocker-Hose und Weste hält eine Graflex-Kamera auf einem Fantasy-Festival

Auf Fantasy- und Cosplay-Events bin ich nicht einfach Fotograf mit Kamera — ich bin Teil der Veranstaltung. Mit einem Outfit aus den 1920er und 30er Jahren, Knickerbocker, Schiebermütze und Weste, und einer Graflex Speed Graphic in den Händen bewege ich mich als Fantasy Fotograf durch die Szene. Die Kamera sieht aus wie ein Requisit aus einem Film-Noir-Set. Sie ist vollständig funktionsfähig.

Das ist kein Kostüm um des Kostüms willen. Es ist eine konsequente Entscheidung: Wer selbst viel Herzblut in sein Outfit steckt, versteht einen Fotografen der das genauso macht.

Die Graflex Speed Graphic

Die Graflex Speed Graphic ist eine amerikanische Pressekamera, die zwischen 1912 und 1973 gebaut wurde. Auf dem Höhepunkt ihrer Zeit war sie das Standardwerkzeug von Pressefotografen — das Gerät, mit dem die Nachrichtenbilder des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Groß, schwer, laut. Eine Kamera, die man hört wenn sie auslöst.

Ich habe ein Exemplar aus den 1940er Jahren zu einer vollständig digitalen Kamera umgebaut. Das Gehäuse ist original, das Innenleben ist komplett neu.

Hardware

Im hinteren Fach sitzt ein Raspberry Pi 4, verbunden über ein Flachbandkabel mit einem 8-Megapixel-Kamerasensor im vorderen Teil. Der Sensor sitzt diagonal versetzt oberhalb der originalen Linse — so bleibt das Objektiv von außen unverändert. Strom kommt von einer Powerbank die im Gehäuse verschwindet; das Handy spannt unterwegs ein WLAN auf über das der Pi die fertigen Bilder hochlädt.

Auslösen

Wer die Kamera kennt, wird beim Auslösen nichts Ungewöhnliches bemerken. Der originale Auslöser funktioniert noch — hinter der Linse sitzt eine schwarz gefertigte Platine, technisch dem BH1750 entsprechend, mit allen Bauteilen auf der Rückseite damit das Board beim Auslösen unsichtbar bleibt. Öffnet der Verschluss, registriert der Sensor den Helligkeitsimpuls und löst die Aufnahme aus. Alternativ gibt es einen zweiten Auslöser rechts unten an der Kamera.

Steuerung

Wo früher der Verschlussvorhang saß, sitzt jetzt ein Rotary Encoder — ein Dreh-Drück-Knopf zur Navigation. Der Knopf selbst ist original, nur das Innenleben ist ein KY-040. Über ihn steuere ich alles: Kameramodus, Galerie, Einstellungen. Das Display dafür ist ein 4×4-Zoll-Bildschirm im ehemaligen Filmhalter — hinten an der Kamera, genau dort wo früher der Film eingelegt wurde.

Vom Auslösen zum Download

Nach der Aufnahme läuft alles automatisch. Ein Python-Skript dreht und beschneidet das Bild, übergibt es an die KI-Nachbearbeitung und lädt das fertige Ergebnis per SFTP auf Picdrop hoch. Wer fotografiert wurde, scannt den QR-Code auf der Kamera und landet direkt dort.

Von außen sieht nichts davon nach Umbau aus. Alle Halterungen — für Pi, Sensor, Display, Encoder und Powerbank — sind selbst konstruierte 3D-Druckteile, abgestimmt auf die originalen Maße der Kamera.

Die Geschichte der Speed Graphic ist gut dokumentiert — einen Überblick gibt es auf Wikipedia.

Der Workflow: von der Aufnahme zum Download in Minuten

Was nach dem Auslösen passiert, ist das Gegenteil von analog.

Das Bild wird direkt vom Raspberry Pi verarbeitet, automatisch per KI nachbearbeitet und auf Picdrop hochgeladen — alles ohne dass ich etwas manuell tun muss. Auf der Kamera ist ein QR-Code angebracht. Wer fotografiert wurde, scannt ihn und kann seine Bilder sofort herunterladen. Kein Warten auf eine Mail, kein Suchen in einer riesigen Galerie.

Diese Kombination ist der Kern des Konzepts: eine Kamera aus den 1940ern, ein Workflow aus dem Jahr 2025. Beides zusammen in einem Gehäuse.

Warum das in die Fantasy-Scene passt

Fantasy- und Cosplay-Events leben von dieser Spannung. Mittelalterliche Ritter mit Smartphone. Steampunk-Abenteurer mit perfekt gefertigten Requisiten aus dem 3D-Drucker. Das Historische und das Zeitgenössische treffen sich — und das funktioniert weil beide Seiten die Details ernst nehmen.

Genau das macht die Graflex auf diesen Events zu mehr als einer Kamera. Sie ist ein Gesprächsgegenstand, ein Blickfang, ein Zeichen dass hier jemand mit derselben Sorgfalt dabei ist wie die Models in ihren Kostümen. In sieben Stunden auf der Annotopia 2025 in Rotenburg hat die Kamera mehr Gespräche ausgelöst als jedes andere Gespräch hätte starten können.

Ich gehe nicht als Besucher auf diese Events. Ich bin Teilnehmer — mit einer definierten Rolle, einem definierten Outfit und einer Kamera, die zur Atmosphäre gehört.

Auf den Bildern siehst du mich mit Kamera, dann die umgebaute Kamera von außen und von innen und zuletzt die kleine Schwester der Kamera mit Blitz, welche ich für mein Logo verwende.

Events

Mit der Graflex Speed Graphic war und bin ich unter anderem auf folgenden Events unterwegs:

Annotopia — Fantasy-Eventreihe, größtes Event in Rotenburg (Fulda). Verschiedene Genres von Mittelalter bis Endzeit, Star Wars bis Wednesday.

Japantag Düsseldorf — eines der größten Japan-Kultur-Events in Europa. Cosplay-Dichte und Detailverliebtheit der Outfits sind außergewöhnlich.

Elfia — internationales Fantasy-Event in den Niederlanden (Haarzuilens). Eines der stimmungsvollsten Events in Europa durch die Kulisse von Schloss De Haar.

Once Upon a Time — Fantasy- und Mittelalter-Event mit starkem Fokus auf historische Gewandung und Rollenspiel-Atmosphäre.

Für Veranstalter

Wenn du ein Fantasy-, Cosplay- oder Steampunk-Event organisierst und nach einem Fotografen suchst der nicht am Rand steht sondern Teil der Veranstaltung wird: meld dich. Das Konzept ist buchbar — nicht als klassischer Eventfotograf mit Auftrag, sondern als akkreditierter Teilnehmer mit einer Kamera die zur Atmosphäre beiträgt.

Weitere Bilder aus meinen Fantasy-Shootings findest du in der Fantasy-Galerie. Wer ein eigenes Cosplay- oder Fantasy-Shooting plant, findet alle Infos auf der Seite Fantasy Fotoshooting NRW.

FAQ

Was ist eine Graflex Speed Graphic?

Die Graflex Speed Graphic ist eine amerikanische Pressekamera, die zwischen 1912 und 1973 produziert wurde. Sie war jahrzehntelang das Standardgerät für Pressefotografen in den USA. Ich nutze ein Exemplar aus den 1940er Jahren, das ich zu einer digitalen Kamera umgebaut habe — mit einem Raspberry Pi im Inneren, originalem Gehäuse außen.

Wie hast du die Graflex Speed Graphic zur Digitalkamera umgebaut?

Im Inneren arbeitet ein Raspberry Pi 4 mit einem 8-Megapixel-Sensor, der über ein Flachbandkabel mit dem vorderen Kameragehäuse verbunden ist. Der originale Auslöser funktioniert noch — ein Sensor hinter der Linse registriert den Helligkeitsimpuls wenn der Verschluss öffnet und löst die Aufnahme aus. Steuerung und Navigation laufen über einen Rotary Encoder dort wo früher der Verschlussvorhang saß, das Display sitzt im ehemaligen Filmhalter hinten an der Kamera. Nach der Aufnahme wird das Bild automatisch per KI nachbearbeitet und auf Picdrop hochgeladen — über den QR-Code auf der Kamera sofort abrufbar. Von außen sieht die Kamera aus wie vor 80 Jahren.

Warum nimmst du diese Kamera auf Fantasy-Events mit?

Weil das Outfit und die Kamera zusammen eine Rolle ergeben. Ich bewege mich auf diesen Events in einem Outfit aus den 1920er und 30er Jahren — passend zur Entstehungszeit der Graflex. Das macht mich zu einem Teilnehmer, nicht zu einem Beobachter. Und wer selbst viel in sein Kostüm investiert, schätzt das.

Kann ich dich als Fotografen für mein Event anfragen?

Ja. Wenn du ein Fantasy, Steampunk oder Cosplay-Event organisierst, kannst du mich als akkreditierten Teilnehmer anfragen. Schreib mir über die Kontaktseite oder direkt über Instagram.

Bekomme ich meine Bilder sofort?

Ja. Über den QR-Code auf der Kamera kannst du deine Bilder direkt nach der Aufnahme herunterladen. Der Upload auf Picdrop erfolgt automatisch — du musst nicht warten.

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